Aktuelles

Osterzeit – Brief des Bischofsvikars P. Petrus Hübner

Liebe Mitbrüder, liebe haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pfarren unseres Vikariates!

Zunächst wünsche ich euch von Herzen gesegnete österliche Tage! Ich hoffe, ihr konntet sie trotz der so massiv geänderten Umstände als geistliche Tage mit Tiefgang, als Tage der Begegnung mit dem auferstandenen Herrn erleben. Ich danke allen für ihr stellvertretendes und dadurch doch wieder gemeinsames Gebet! Und ich danke für alle Rücksichtnahme und Zurückstellung persönlicher Interessen zugunsten des Gemeinwohls, d.h. des Schutzes der Bevölkerung.

Ich bin immer wieder beeindruckt von den phantasievollen Initiativen, die es in unserem Vikariat gibt und bin wirklich dankbar dafür. Sie sind enorm wichtig, ganz besonders für jene, die dazu neigen, den Mut und die Zuversicht zu verlieren und so Stärkung und Halt geschenkt bekommen.

Wie geht es nun weiter?

Nächste Woche soll ein Stufenplan der Bischöfe für eine behutsame Wiederaufnahme mancher Gottesdienstarten präsentiert werden.

Bis dahin gilt unverändert das Bisherige:

 Wir setzen in erster Linie auf das Gebet als Hauskirche. Material und Hilfestellungen unter www.netzwerk-gottesdienst.at – Bitte verwenden und bewerben.

 Haltet bitte die Kirchen unter Tags offen und ladet die Menschen zum persönlichen Gebet ein, legt dort Material zur Mitnahme bereit, aber bietet keine öffentlichen Gottesdienste oder sonstige Veranstaltungen an.

 Für bevorstehenden Sonntag (Weißer Sonntag, Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit) bedeutet das, dass die Regelungen, die für die Gottesdienste im österlichen Triduum gegolten haben, zur Anwendung kommen dürfen (aber nicht müssen): Messfeiern mit bis zu 5 Personen im nicht öffentlich zugänglichen Kirchenraum einer Pfarrkirche unter Wahrung aller bekannten Vorsichtsmaßnahmen als stellvertretendes Gebet für die Gemeinden sind erlaubt. Jeder Priester feiert am Sonntag sinnvollerweise nur eine hl. Messe.

Immer wieder höre ich die verständliche Verwunderung von Gläubigen, warum Geschäfte öffnen dürfen, in den Kirchen aber weiterhin keine Gottesdienste gestattet sind. Ein Arzt aus dem Krisenstab der Regierung erklärt das folgendermaßen:

 Der Krankheitsverlauf ist abhängig von der Dosis, mit der man infiziert wird. Wenn man sich auch nicht alle Viren vom Leib halten kann, so kann man versuchen, keiner zu großen Zahl in kurzer Zeit ausgesetzt zu werden. Dann kann das Immunsystem besser damit umgehen. Das bedeutet, dass die Zeitspanne, in der wir Viren ausgesetzt sind, bedeutend ist, und wir Menschen vor zu langem Aufenthalt im Umfeld von Viren zu schützen haben.

 Der Unterschied zwischen Einkäufen und Gottesdiensten besteht vor allem in der Verweildauer neben denselben Personen. In Geschäften bewegt man sich und entfernt sich nach Annäherungen wieder. Übliche Gottesdienste sind hingegen Hochrisiko-Szenarien. Warum?

o Sie finden in geschlossenen Räumen statt. o Man bleibt auf demselben Platz. o Die Dauer der Veranstaltung ist ausschlaggebend: 45 Minuten am selben Platz hat ein hohes Gefahrenpotential.

o Selten gibt es in Kirchen so gute Luftumwälzungssysteme wie in Geschäften.

o Die luftige Raumhöhe der Kirchen bringt relativ wenig, weil sich die Schwebeteilchen im Umfeld der Person, die sie ausatmet, halten.

o Ganz schlecht ist Gesang, weil man da viel Feuchtigkeit (samt Partikeln) an die Umgebungsluft abgibt, schlecht ist auch Sprechen.

o In Gottesdiensten sind viele Menschen aus der Risikogruppe zu erwarten.

o Am gefährlichsten ist die Kommunionspendung. An die sei vorläufig am besten gar nicht zu denken.

Ich verstehe den Schmerz vieler gläubiger Menschen. Und doch gebietet die größere Nächstenliebe körperliche Zurückhaltung und ein großes Maß an Vertrauen: Die Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus ist in den Sakramenten versprochen und sicher, aber sie ist nicht auf die sieben Sakramente beschränkt! Der Herr erreicht uns mit Seiner Liebe, auch wenn wir beten, in der Bibel lesen und uns um Nächstenliebe bemühen!

So bitte ich euch noch um etwas Geduld. Es wird die Zeit wieder kommen, wo wir uns schrittweise gemeinsam um den Altar versammeln können, um Gott zu loben und uns daran zu erfreuen! Gesegnete Tage!

Euer Bischofsvikar
P. Petrus Hübner OCist

PALMSONNTAG, KARTAGE u. OSTERLITURGIE
HOCHNEUKIRCHEN – GSCHAIDT – MALTERN

Die Österreichische Bischofkonferenz erlaubt die Feier von Palmsonntag, Kartagen u. Ostern unter der Beteiligung von jeweils vier Personen plus dem Priester. Die vier Personen sind nicht als >Auserwählte< zu verstehen sondern als >Repräsentanten der gesamten Pfarrgemeinde<. – Ich habe die Pfarrgemeinderats-Gremien beider Pfarren ersucht, für diesen Dienst Mitfeiernde anzusprechen, die vorwiegend aus dem Kreis der Pfarrgemeinderät(inn)en stammen. Deshalb habe ich den folgenden Not-Liturgieplan zusammengestellt. Es dürfen jeweils nur die vier beauftragten Personen teilnehmen; die Kirchentüren bleiben verschlossen.

PALMSONNTAG, 5. APRIL 2020

8.30:   PALMSEGNUNG in der PFARRKIRCHE GSCHAIDT u. PASSIONSMESSE

10.15: PALMSEGNUNG in der PFARRKIRCHE HOCHNEUKIRCHEN u. PASSIONSMESSE

Sie können zur selben Zeit Ihre Palmbuschen zuhause mit folgendem Gebet segnen u. anschließend mit Weihwasser besprengen:

Gebet: Allmächtiger, ewiger Gott, segne + diese Zweige, die Zeichen des Lebens u. des Sieges, mit denen wir Christus, unserem König, huldigen. Gib, dass wir durch ihn zum himmlischen Jerusalem gelangen, der mit dir lebt u. herrscht in alle Ewigkeit.

Nach den Messen liegen lange Palmkätzchen zur freien Entnahme in beiden Kirchen auf. Bitte einzeln eintreten u. beim Warten einen Abstand von zwei Metern einhalten.

GRÜNDONNERSTAG, 9. APRIL 2020

19.00: MESSE vom LETZTEN ABENDMAHL in GSCHAIDT

Während des Gloria werden die Glocken geläutet

KARFREITAG, 10. APRIL 2020

19.00: FEIER vom LEIDEN u. STERBEN JESU CHRISTI in HOCHNEUKIRCHEN

Das RATSCHEN muss in diesem Jahr ENTFALLEN

KARSAMSTAG, 11. APRIL 2020

ANBETUNGSSTUNDEN ENTFALLEN in BEIDEN PFARREN

16.00: SPEISENSEGNUNG i. einer der beiden PFARRKIRCHEN (ausnahmsweise zu dieser Zeit)

Sie können zur selben Zeit Ihre Speisen zuhause segnen.

Gebet: Herr, wir bitten dich: Segne + dieses Brot, die Eier u. das Fleisch u. alle Speisen u. sei beim österlichen Mahl bei uns. Lass uns in der österlichen Freude u. in der geschwisterlichen Liebe wachsen, u. versammle uns alle zu deinem ewigen Ostermahl, der du lebst u. herrschst in Ewigkeit. Amen. (Die Besprengung mit Weihwasser entfällt, weil dies am Gründonnerstag nach der Abendmahlsmesse vollständig ausgegossen wird u. erst i. d. Osternacht das neue Taufwasser geweiht wird).

20.00: OSTERNACHTFEIER in HOCHNEUKIRCHEN

OSTERSONNTAG, 12. APRIL 2020

10.00: FESTMESSE in GSCHAIDT

OSTERMONTAG, 13. APRIL 2020

10.00: FESTMESSE in MALTERN

NOCHMALS DIE BITTE: KOMMEN SIE NICHT ZU DIESEN GOTTESDIENSTEN! DIES IST BEHÖRDLICH VERBOTEN!

DIE KIRCHENTÜREN WERDEN VERSPERRT SEIN.

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Erlass des Erzbischofs:

Sehr geehrter Herr Pfarrmoderator GR Mag. Wilfried M. A. Wallner,

zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hat der Bundeskanzler die Spitzen der anerkannten Kirchen- und Religionsgemeinschaften am heutigen Donnerstag zu einer Beratung eingeladen. Seitens der katholischen Kirche hat Kardinal Schönborn als Vorsitzender der österreichischen Bischofkonferenz teilgenommen. Dabei wurden den Kirchenvertretern von Seiten der Regierung die Expertise und aktuellen Erkenntnisse zum Coronavirus vorgelegt. Aufgrund der jüngsten Situation wurden gemeinsam Maßnahmen vereinbart.

Daher ordnet der Erzbischof von Wien für seine Diözese folgendes an:

  • Versammlungen aller Art (in geschlossenen Räumen und im Freien) bedeuten ein hohes Übertragungsrisiko und sind bis auf weiteres abzusagen.
  • Gottesdienste finden daher ab Montag, 16.3.2020 ohne physische Anwesenheit der Gläubigen statt. Doch die Kirche hört nicht auf zu beten und Eucharistie zu feiern. Die Priester sind aufgerufen, die Eucharistie weiterhin für die Gemeinde und für die Welt zu feiern. Die Gläubigen sind eingeladen, über Medien teilzunehmen (Radio, Fernsehen, Onlinestream,..) und sich im Gebet zuhause anzuschließen.
  • Sämtliche aufschiebbare Feiern (Taufen, Hochzeiten, etc.) sind zu verschieben.Versammlungen aller Art (in geschlossenen Räumen und im Freien) bedeuten ein hohes Übertragungsrisiko und sind bis auf weiteres abzusagen
  • Begräbnisse sollen im kleinsten Rahmen und nur am Grab, bzw. außerhalb des Kirchenraumes stattfinden. Das Requiem, bzw. andere liturgische Feiern im Zuge des Begräbnisses, sind auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.
  • Weitere Versammlungen (Gruppenstunden, Sitzungen, Sakramentenvorbereitungen, Bibelkreise, Gebetsrunden, Exerzitien,..) sind abzusagen.

Ergänzungen von Pfr. Wilfried Wallner:

  • Die Pfarrkirche Hochneukirchen wird täglich zum persönlichen Gebet geöffnet sein. In Gschaidt lasse ich die Kirche nach der Sonntagsmesse bis abends offen.
  • Ich werde alle Messen in unsren Kirchen zu den gewohnten Zeiten feiern; Sie können also zumindest im Geist an den Feiern teilnehmen. Die Kirchentüren werden allerdings versperrt sein.
  • Alle Messstipendien werden ich an den bestellten Tagen applizieren; selbstverständlich können Sie nach Eintreten des >Normalzustandes< um ein neuerliches Erwähnen während der Messe zu einem späteren Zeitpunkt ansuchen, an der Sie teilnehmen können.